Wie man ein Reagenzglasnest baut

Einleitung

Ein Reagenzglasnest ist ideal, um gründende Königinnen (Gynen) unterzubringen. Im folgenden Artikel beschreibe ich, wie man ein solches Nest baut und was man dazu benötigt.

Was wird benötigt?

Baumaterial für das Reagenzglasnest: Watte, das Reagenzglas und (nicht abgebildet) Wasser.

Baumaterial für das Reagenzglasnest: Watte, das Reagenzglas und (nicht abgebildet) Wasser.

Für ein Reagenzglasnest benötigt man nicht viel:

  1. Ein Reagenzglas
  2. Watte
  3. Wasser
  4. etwas zum Hineinstopfen der Watte (z. B. ein Kochlöffel)

Reagenzglas

Relativ günstig bekommt man Reagenzgläser aus dem Internet. Gerade, wenn 100er Kartons bestellt werden, zahlt man sehr wenig für das einzelne Reagenzglas.

Aber auch in kleineren Mengen z. B. 10 oder 20 Stück werden sie oft angeboten. Falls man aufgrund der Versandkosten keine online bestellen möchte, kann man sie auch in der Apotheke kaufen.

Ob man welche aus Glas oder Kunststoff auswählt, ist fast egal. Kunststoff dehnt sich etwas stärker bei Temperaturveränderungen aus und zerkratzt leichter. Auch spiegelt es meiner Erfahrung nach etwas stärker. Dafür kann man bei einem Reagenzglas aus Kunststoff einen leer gewordenen Wassertank recht problemlos auffüllen. Ein Loch ist sehr schnell mit einer heißen Nadel in den Kunststoff gebrannt und über dieses kann man dann den Wassertank auffüllen.

Beim Durchmesser kann man sich an der Ameisengröße orientieren. Für große Ameisenarten ist evtl. ein größerer Durchmesser besser und für kleine Ameisenarten eben ein etwas kleinerer. Aber man muss nicht zwingend verschiedene Reagenzgläser für unterschiedlich große Ameisenarten kaufen. Weit verbreitet sind Reagenzgläser mit 16 mm Außendurchmesser, diese kann man für so gut wie jede Ameisenart verwenden. Selbst große Ameisenarten wie Camponotus ligniperdus nisten nämlich in der Natur in sehr engen Hohlräumen. Kleinere Ameisenarten werden sowieso später den Nesteingang verkleinern.

Die Länge bestimmt letztlich wie lange eine Kolonie in einem Reagenzglasnest bleiben kann. Wählt man ein sehr kurzes Reagenzglas und reserviert viel Platz für den Wassertank, dann passen natürlich weniger Ameisen hinein und man muss früher ein anderes Nest anbieten. Falls man will, dass eine Kolonie recht schnell in ein anderes Nest umzieht, dann macht es sicher Sinn, wenn man das Reagenzglas nicht all zu groß wählt.

Auf dem Foto sieht man übrigens ein Reagenzglas aus Kunststoff mit 16 mm Außendurchmesser und 100 mm Länge.

Watte

Ob man Baumwollwatte oder Kunstwatte verwendet, ist egal.

Wattepads kann man auch verwenden. Man sollte nur darauf achten, dass es aus reiner Baumwolle und nicht auch noch aus irgendwelchen Zusatzstoffen besteht. Da die Pads schon vorgepresst sind, lassen sie sich nicht so schön zu Kugeln formen.

Wasser

Ich verwende ganz normales Leitungswasser.

Bauanleitung

1. Einen Teil des Reagenzglases mit Wasser füllen

Zunächst füllt man in einen Teil des Reagenzglas Wasser hinein (es kann ruhig mehr sein als später für den Wassertank eingeplant wird).

Ich habe etwa die Hälfte des Reagenzglases mit Wasser gefüllt.

Ich habe etwa die Hälfte des Reagenzglases mit Wasser gefüllt.

2. Eine Wattekugel formen

Aus einem Stück Watte formt man nun eine kleine Wattekugel, indem man die Watte zwischen Daumen und Zeigefinger dreht. Die Kugel sollte so groß sein, dass die Watte das Reagenzglas gut verschließt.

Die kleine Wattekugel.

Die kleine Wattekugel.

Wenn man merkt, dass die Kugel zu groß ist, darf man sie nicht mit aller Gewalt hineindrücken, denn ansonsten springt das Glas möglicherweise. Lieber etwas Watte wegnehmen und erneut eine Kugel formen.

3. Die Watte hineindrücken

Wenn das Stück Watte die richtige Größe hat, kann man es mit Hilfe eines Kochlöffels (oder was auch immer) so tief hineindrücken, bis die gewünschte Größe des Wassertanks erreicht ist.

Das überschüssige Wasser schüttet man einfach weg.

Mit einem Kochlöffel wird die Watte hinunter gedrückt.

Mit einem Kochlöffel wird die Watte hinunter gedrückt.

4. Überprüfen, ob die Watte fest sitzt

Abschließend überprüft man, ob die Watte fest sitzt. Dazu hält man das Reagenzglas mit der Öffnung nach unten in der Hand und führt einige schnelle Bewegungen nach unten aus. Falls die Watte dabei verrutscht, sitzt sie nicht eng genug und man muss eine neue größere Wattekugel formen.

5. Verschließen des Nestes

Sobald eine Königin das Nest bewohnt, darf das Reagenzglas nicht luftdicht verschlossen werden. Daher sind Kunststoff-, Gummi- und Korkverschlüsse ungeeignet.

Ich verschließe meine Reagenzglasnester einfach mit einem weiteren Stück Watte. Es gibt aber auch fertige Stopfen aus Zellstoff, welche auch gehen.

Das Endresultat

Das Endresultat

Wie man sieht ist es ganz einfach ein Reagenzglasnest herzustellen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Einsammeln von Königinnen und beim Beobachten der Koloniegründung.

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