Mit welcher Ameisenart anfangen?

7 Responses

  1. Suspect Zero sagt:

    Schöner Guide. Leider wurde in den Foren über Jahre hinweg zu viel Unsinn zu diesem Thema geschrieben. Auch wird es auf diese Frage nie eine allgemeine Antwort geben, denn jeder zukünftige Halter hat andere Vorstellungen und bringt andere Voraussetzungen mit.

    • Barristan sagt:

      Danke.

      Ja leider und man wird das ganze auch noch Jahrelang via Google finden… Aber zum Glück kann man ja mittlerweile in fast allen Foren offen darüber diskutieren und man wird nicht mehr mundtot gemacht, nur weil man es gewagt hat, eine exotische Ameise einem Anfänger zu empfehlen. Wenn ein Neuling fragt, welche Ameisenarten ohne Winterruhe geeignet sind, dann brauche ich dem nicht eine einheimische Art aufzwingen (was ja leider auch oft früher passierte).

      Wie vieles in der Ameisenhaltung ist das ganze auch subjektiv.

  2. Heinz-Günther sagt:

    Tolle Zusammenfassung!

    Zwei kleine Fehler die mir beim Lesen aufgefallen sind: In dem Abschnitt über die sehr kleinen Arten soll es wohl lauten “heruntergefallene Ameisen” und später in dem Abschnitt zu Camponotus vagus, im Vergleich zu den anderen beiden Rossameisenarten, fehlt das Adjektiv (“überlegen”?).

    Wie ist die Gefahr der intraspezifischen Homogenisierung zu bewerten, beim Aussetzen einheimischer Arten, bei denen man den Fundort nicht kennt?

    • Barristan sagt:

      Vielen dank!

      Ich habe die Fehler korrigiert.

      Ich halte nichts von der Gefahr durch intraspezifische Homogenisierung. Wenn eine Unterart schlechter angepasst ist, dann wird sie sich auch nicht stärker vermehren als die besser angepasste Art. Daher halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass die besser angepassten Populationen ihre Anpassungen durch die schlechter angepassten verlieren werden. Alles andere würde der Evolutionstheorie widersprechen.

      • Heinz-Günther sagt:

        Denke auch mal, dass es eine sehr abstrakte Gefahr ist. Um mal etwas konkreter zu werden, es gibt eine Myrmica-Art, bei der eine Anpassung an nördliche bzw. südliche Verbreitungsräume vorliegen soll. Und zwar in der Form von einer früheren bzw. späteren Aufnahme des Brutgeschäfts. In der Tat ist es schwer auszumalen, welche konkreten Folgen eine Durchmischung dieser Populationen haben könnte. Damit zu argumentieren, dass die vorteilhaftere Ausprägung sich auf lange Sicht ohnehin durchsetzen wird, finde ich durchweg schlüssig.

  3. Suspect Zero sagt:

    Der Begriff der “Intraspezifischen Homogenisierung” wurde in der Welt der Ameisenhalterforen oftmals falsch verwendet, da man suggerieren wollte, dass die Art lokal aussterben würde, da sie ihre Anpassung verliert. Das widerspricht in der Tat der Evolution, da sich besser angepasste Populationen durchsetzen. Daher ist die Gefahr wohl zu vernachlässigen. “Intraspezifische Homogenisierung” meint vielmehr das “Aussterben” von Unterarten durch Vermischung der Gene mit denen einer anderen Unterart. Dies bedeutet nicht, dass eine Art lokal verschwindet, es geht eben die genetische “Einmaligkeit” dieser Unterart verloren. Ob sich dies auf lange Sicht negativ auf die lokale Population auswirkt, sei mal dahingestellt.

    Die Gefahr ist sehr theoretisch, aber auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Allerdings muss man anzweifeln, dass Ameisenhalter die wirkliche Gefahr sind. Auf anderen Wegen werden deutlich mehr “Blinde Passagiere” verbracht.

    Provokativ kann man abschließend fragen, ob es nicht an der Zeit, dass der Mensch sich damit abfindet, dass er ein Katalysator für die Evolution ist. 😉

    • Barristan sagt:

      Wenn eine Art erst mal komplett ausgestorben ist in einem Land, dann scheint es recht egal zu sein, woher man die Tiere für eine Wiederansiedlung bekommt. Die Biber, die man in Deutschland angesiedelt hat, stammten ja aus Russland und Schweden…

      Alles total lächerlich und das Argument dient nur dazu, dass man generell gegen jeglichen Ameisenhandel argumentieren kann.

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