Crematogaster scutellaris: Gemeinschaftshaltung mit Camponotus lateralis

Seit dem Spätsommer des letzten Jahres halte ich wieder eine kleine Kolonie Crematogaster scutallaris.

Dabei will ich eine Gemeinschaftshaltung mit Camponotus lateralis probieren. Ich muss dazu sagen, dass es normalerweise keine gute Idee ist, Crematogaster scutellaris zusammen mit anderen Ameisen zu halten, da sie

  • sehr schnell eine große Anzahl an Ameisen erreichen und
  • sehr dominant und aggressiv gegenüber anderen Kolonien sind.

Warum will ich sie also zusammen mit einer anderen Ameisenart halten? In der freien Natur bewohnen die Camponotus lateralis auch oft den selben Baum wie die Crematogaster scutellaris. Dabei folgen die Camponotus lateralis den Ameisenstraßen der Crematogaster scutellaris und beuten auch deren Nahrungsquellen aus (vgl. „Die Ameisen Mittel- und Nordeuropas“). Man nahm an, dass eine Parabiose zwischen den beiden Arten herrschte. Unter einer Parabiose versteht man folgendes  (Quelle: Wikipedia):

Der Ausdruck Parabiose (para– griechisch: neben, über, bei; bios– griechisch: Leben) bezeichnet die Interaktion von Organismen (Parabionten), bei denen der eine mit dem anderen verwachsen ist.

In der Ökologie wird der Begriff häufig als Abgrenzung zu symbiotischen und parasitären Beziehungen verwendet. Demzufolge profitiert bei der Parabiose nur ein Partner, während die Beziehung für den anderen neutral bleibt. Parabiose ist in der Ökologie dann üblicherweise ein Synonym für Probiose und Karpose.

Allerdings konnte man dies mittlerweile widerlegen.

Daher finde ich die Frage spannend, wie sie sich in der Gemeinschaftshaltung der jeweils anderen Kolonie gegenüber verhalten werden.

Ursprünglich bot ich den Crematogaster scutellaris einen anderen Nestblock an. Nur fanden sie den Nestblock der Camponotus lateralis wesentlich interessanter und sie haben dort seitlich eigene Kammern ausgenagt:

Die kleine Crematogaster scutellaris Kolonie im Steckschaumnest.

Die kleine Crematogaster scutellaris Kolonie.

Auch wenn keine direkte Verbindung zu den Nestkammern der Camponotus lateralis vorhanden ist, sind die Camponotus lateralis seit dem nur noch im Erdteil ihres Nests. Anscheinend weichen sie den Crematogaster scutellaris recht schnell aus.

Ich werde möglichst schnell versuchen eine der Kolonien dazu zu bewegen in ein externes Nest umzuziehen, damit der Abstand der Kolonien etwas größer ist.

Zum Abschluss noch zwei Bilder, einmal von der Gyne und einmal von der Brut:

Die Crematogaster scutellaris Gyne in ihrem Steckschaumnest.

Die Gyne in ihrem Nest.

Die Brut besteht fast ausschließlich aus Larven, die mit der Kolonie überwinterten.

Die Brut besteht fast ausschließlich aus Larven, die mit der Kolonie überwinterten. Nur ein einziges Ei konnte ich entdecken, das wohl in jüngster Zeit gelegt wurde.

 

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4 Antworten

  1. Diffeomorphismus sagt:

    Hey Barristan,

    ich habe schon von mehreren Personen gehört, dass sie diese Gemeinschaftshaltung ausprobieren wollen. Bislang hat aber noch niemand darüber berichtet. Daher bin ich schon sehr gespannt, was bei dir heraus kommen wird!

    LG

  2. Christiane sagt:

    Gibt es denn auch Arten bei denen sicher ist, das man sie gemeinsam Halten kann?
    Mich interisiert das nämlich auch!

    LG

    • Barristan sagt:

      Ich glaube sicher kann man sich dabei nie ganz sein. Das ist mehr oder weniger ausprobieren ;).

      Wenn ein starker Größenunterschied bei zwei Arten vorhanden ist, wie z. B. bei einer größeren Camponotus Art und Temnothorax, dann geht das meist gut. Die Temnothorax neigen auch dazu sich zu ducken und regungslos zu bleiben, wenn eine andere Ameise sie betastet. Dadurch bemerkt die größere Ameise sie nicht.

      Aber sicher kann man sich da nie so ganz sein. Ich bin mir ja auch bei meinem Versuch nicht sicher, ob sie sich nicht doch dann bekriegen werden..

  1. 24. Februar 2015

    […] ich bereits früher berichtet habe, bewohnt seit Spätsommer letzten Jahres zusätzlich zu meiner Camponotus lateralis Kolonie […]

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