Nachdem einem Halter ein Känguru entwischt ist, hat die Bildzeitung einen sehr reißerischen Artikel über dessen „Privat-Zoo“ veröffentlicht.

Wenn man den Artikel ließt, denkt man sofort: „Oh die armen Tiere, solche miserablen Haltungsbedingungen“. Aussagen wie

In verdreckten Mini-Gehegen irren Nasenbären, Präriehunde, Erdmännchen, Stinktiere, Waschbären und Raubtiere, wie Ginsterkatzen, herum. Es stinkt bestialisch nach Kot und Urin.

klingen da ja wirklich sehr besorgniserregend.

Dann schaut man sich aber die Bilder mal genauer an und denkt sich: Moment, der Text passt ja nicht so ganz zu den veröffentlichten Bildern. Da sieht man Tiere mit sauberem glänzendem Fell, die Gehege machen auch einen sauberen Eindruck und dass die Tiere in zu kleinen Gehegen gehalten werden, erkennt man dort auch nicht.

Es verwundert daher nicht, dass die Berichterstattung des WDR dann ein anderes Licht auf den Halter wirft. Auch das zuständige Veterinäramt zeigt sich in dem Bericht des WDR mit der bisherigen Zusammenarbeit sehr zufrieden und bis jetzt hat es auch nichts zu beanstanden gehabt, es sieht auch im Moment keinen Grund gegen den Halter vorzugehen.

Dass man gerne entkommene Exoten nutzt, um wieder Stimmung gegen deren Haltung zu machen, ist uns Ameisenhaltern auch nicht unbekannt.

Im Jahr 2006 entkam einem Halter in Köln eine Blattschneiderameisenkolonie und diese machte sich über die Rosen des Nachbarn her.

Zunächst will ich sagen, dass so etwas natürlich nicht passieren soll, man sollte die Tiere so halten, dass sie nicht entkommen können. Außerdem habe ich Verständnis für den Nachbarn, der sich natürlich berechtigterweise über die Zerstörung seiner Rosen aufregte.

Was man allerdings dann im Kölner Stadt Anzeiger von einem Experten (und bekennenden Exotengegner) lesen konnte, lässt einen dann doch sprachlos werden:

Denn anders als bisher angenommen, müsse man damit rechnen, dass sich die fremde tropische Art auch an kühleres Klima anpassen und sich somit weiter ausbreiten könne. „Da in Köln über wiederholtes Auftreten geflügelter Geschlechtstiere berichtet wurde, könnten bereits weitere Kolonien gegründet worden sein“, heißt es in dem Schreiben. Der Zoologe hält eine Bekämpfung für äußerst schwierig. Buschinger empfiehlt, die Hohlräume, in denen die Ameisen nisten, zu öffnen und dort reichlich Insektizid einzusprühen.

Es gibt keinerlei Belege, weder von ihm, noch von anderen Forschern, dass sich tropische Blattschneiderameisen hier an unser Klima anpassen können. Des Weiteren hätte auch er wissen müssen, wie unwahrscheinlich es ist, dass bereits weitere Kolonien gegründet wurden. Bei einer einzigen Kolonie ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich überhaupt genug Geschlechtstiere während des Schwarmfluges paaren und noch unwahrscheinlicher ist, es, dass sie dann erfolgreich eine neue Kolonie gründen. Anscheinend ist manchen Exotengegnern jedes Mittel recht. Dass sie dabei auch ihre eigene gute Reputation als Forscher aufs Spiel setzen, scheint ihnen egal zu sein.

Im übrigen regt sich dieser Forscher regelmäßig in Ameisenhalterforen auf, wenn Leute unbelegte Tatsachen von sich geben oder wissenschaftlich nicht genau berichten, evtl. sollte er sich doch ein bisschen in Selbstkritik üben.

Fast acht Jahre nach dem Vorfall hört man komischerweise nichts mehr davon, die Rosen blühen immer noch in Köln und es kam zu keiner Invasion der Blattschneiderameisen.

Wie auch?, einen Winter dürften sie nicht überlebt haben…

3 Antworten auf “Die Presse wettert gegen Exotenhalter

  1. Prof. Dr. A. B********** Kreuzzug gegen Haltung von exotischen Ameisen im Allgemeinen und gegen die Händler von Ameisen im Besonderen zeigt doch immer mehr Züge von Kapitäns Ahabs Jagd auf Moby Dick: Das eigentliche Ziel wurde längst aus den Augen verloren – im blinden Wahn sind nun alle Mittel recht! Aber zu unser aller Glück haben seine Jünger in den bekannten Foren nichts mehr zu sagen oder haben seinen Charakter und seine Absichten erkannt. Seine Pamphlete werden nun umgehend gelöscht und bleiben den unbescholtenen Haltern erspart.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Die_kleine_Ameise

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