Probleme in der Ameisenhaltung: Geringe Aktivität

Ein kleines Formikarium mit Reagenzglasnest und einem PET-Verschluss als Tränke

Keine Ameise zu sehen, ein Grund zur Sorge?

Eine der häufigsten Fragen von vor allem Anfängern ist, warum die Kolonie eine geringe Aktivität aufweist und was man dagegen tun kann. Meistens ist eine geringe Aktivität völlig normal, aber manchmal kann sie auch ein Grund zur Sorge sein.

Geringe Koloniegröße häufig die Ursache

Ob man sich Gedanken machen muss, ob etwas falsch läuft, oder nicht, hängt vor allem von der Koloniegröße ab. Handelt es sich um eine kleine Kolonie < 100 Arbeiterinnen, sind die Ameisen vermutlich einfach nur satt. Gerade junge Kolonien, bei denen jeder Verlust einer Arbeiterin besonders stark ins Gewicht fällt, wird nur auf Nahrungssuche gegangen, wenn auch wirklich Bedarf ist.

Ameisen können je nach Art sehr große Mengen Zuckerwasser in ihrem Hinterleib (Gaster) speichern. Das kann man sehr schön beobachten, wenn man sich eine Ameise unter Vergrößerung ansieht, dann erkennt man die Streifen in der Gaster, die von der Ausdehnung des Sozialmagens hervorgerufen werden. In dem folgenden Video kann man gut erkennen, wie stark sich die Gaster ausdehnen, wenn sie gefüllt sind:

So ein Vorrat kann durchaus für mehrere Wochen oder sogar Monate (Winterruhe) halten.

Beim Proteinbedarf kommt es darauf an, ob Larven vorhanden sind oder nicht. Zwar benötigt auch die Königin eine gewisse Menge an Proteinen, um Eier produzieren zu können, doch ist diese Menge im Vergleich zu dem Bedarf der Larven eher gering. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Ameisen keine Insekten zerlegen, wenn gerade keine Larven vorhanden sind.

Während bei größeren Kolonien eigentlich immer welche vorhanden sind und daher auch ständig Insekten gefressen werden, legt die Königin bei kleinen Kolonien Eier in Intervallen ab. Sie wartet also erst, bis sich neue Arbeiterinnen entwickelt habe, bzw. sich verpuppt haben, bevor sie dann wieder neue Eier legt. So kann es öfters vorkommen, dass Gründerkolonien keine Larven haben und somit auch keinen Bedarf an Futterinsekten.

Wenn man die Aktivität steigern möchte, sollte man einfach weniger häufig füttern. Es schadet den Ameisen z. B. überhaupt nicht, wenn man sie nur einmal die Woche füttert. Möchte man feststellen, ob die Ameisen an Futterinsekten gehen, sollte man so kleine Tiere verfüttern, so dass es den Ameisen möglich ist diese ins Nest zu tragen. Fruchtfliegen haben dafür die perfekte Größe und werden auch von allen Ameisenarten geliebt.

Geringe Aktivität bei größeren Kolonien

Bei größeren Kolonien kann es auch zu Inaktivitätsperioden kommen, z. B. wenn sie sich auf die Winterruhe vorbereiten. Arten, die keine solche halten, legen trotzdem ab und an Ruhephasen ein, in denen das Wachstum und somit auch die Nahrungsaufnahme gering ist.

Wenn man Einblick in das Nest hat, kann man gut feststellen, ob Larven vorhanden sind und ob es der Königin noch gut ist. Bei Erdnestern gestaltet sich das ganze etwas schwieriger, was ich bei meiner Pheidole spathifera Kolonie feststellen musste. Bei dieser Kolonie nahm die Aktivität stetig ab und ich stellte bei Ausgraben fest, dass keinerlei Brut mehr vorhanden war. Da ist vermutlich die begattete Königin gestorben und es waren nur noch unbegattete Gynen vorhanden.

Aber man sollte trotzdem keine Panik bekommen und gleich Kolonien ausgraben. Wartet lieber etwas länger ab, evtl. steigt die Aktivität auch wieder.

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