Sterben Lasius niger durch das viele Sammeln aus?

Besorgnis

Folgendes las ich heute unter einem YouTube-Video (dort wurden 10 gefangene Königinnen der Art Lasius niger gezeigt)

Ist der Bestand von Lasius niger also durch das rücksichtslose Sammeln der Ameisenhalter gefährdet?

Beispielrechnung

Als Grundlage für meine Beispielrechnung dient das Saarland „Die Ameisen Mittel- und Nordeuropas“, was mit 2570 km² das zweitkleinste Bundesland. Die Anzahl der Nester pro 100 m² gibt Seifert im Buch auf Seite 274 mit bis zu 108 an. Das wären also 1,08 pro m². Ich werde vorsichtig mit 0,1 pro m² rechnen. Auch zur Anzahl der Königinnen, die jährlich von einer Kolonie produziert werden, schreibt Seifert in dem Buch etwas (S. 275):

Ein durchschnittliches Nest von 14000 Arbeiterinnen produziert im Mittel 992 Männchen und 191 Königinnen

Auch hier werde ich etwas vorsichtiger rechnen und nehme den Wert 50 Königinnen pro Kolonie an.

Die Anzahl der Lasius niger Königinnen, die jährlich im Saarland schwärmen ergibt, sich dann wie folgt:

2.570.000.000 m² x 0,1 Nester / m² x 50 Königinnen / Nest = 12.850.000.000 Königinnen

Wenn wir jetzt mal von utopischen 100.000 Ameisenhaltern in Deutschland ausgehen würden, dann könnte jeder von ihnen 128.500 Königinnen einsammeln und erst dann wären keine mehr im Saarland übrig.

Fazit

Zumindest bei Lasius niger ist die Sorge, dass diese Art durch das exzessive Absammeln aussterben wird, recht unbegründet. Selbst bei weniger häufigen Arten wie z. B. Formica rufibarbis schwärmen immer noch so viele, dass keinerlei Bedrohung von Ameisenhaltern ausgeht.

Gedanken kann man sich da schon eher bei bedrohten Arten machen. Wobei man hier sagen muss, dass diese Arten durch die Zerstörung des Lebensraums bedroht sind und nicht, weil sie so häufig gesammelt werden.

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.