Nester mit Lehmfarbe bemalen

Ungiftige wasserdurchlässige Farbe

Da mir das Weiß von Ytong nicht so sehr gefällt, wollte ich einem meiner neuen Nester einen farblichen Anstrich verpassen. Damit die Farbe nicht schädlich für die Ameisen ist, muss sie auf natürlichen Inhaltsstoffen basieren und wasserlöslich sein. Um aber die wasserdurchlässige Eigenschaft des Porenbetons nicht zu verlieren, muss die Farbe auch wasserdurchlässig sein.

Nach einiger Suche auf Ebay, habe ich mich dann letztlich für zwei Packungen Lehmfarbe entschieden. Diese besteht aus Tonerden, Kreide, Marmormehl, Talkum, Kasein, Borax und den entsprechenden Farbpartikeln:

Zwei Packungen Lehmfarbe stehen nebeneinander. Links in der Farbe "gelb Ocker" und rechts in der Farbe "Ziegel"

Lehmfarben in zwei verschiedenen Farben. Links: „gelb Ocker“, Rechts „Ziegel“

Vor allem die Farbe „Ziegel“ hat mir sehr gut gefallen, daher bemalte ich das erste Nest mit dieser Farbe.

Leck im Wassertank

Das Nest war relativ schnell gebaut, auch dank des Einsatzes meiner Oberfräse (wobei ich da noch viel üben muss…). Auch die Farbe kam sehr gut heraus. Zum Streichen muss man die Farbe lediglich mit Wasser mischen, bis die gewünschte Konsistenz vorliegt. Ich habe die Farbe extra etwas dickflüssiger angerührt.

Nur beim Silikon hätte ich etwas sparsamer sein sollen…

Man sieht ein liegendes Ytongnest, das mit Lehmfarbe bestrichen wurde.

Das mit Lehmfarbe bestrichene Nest von oben.

Leider bemerkte ich den Riss im Wassertank zunächst nicht. Der war entweder schon im Ytong-Block vorhanden, oder ist durch meine Handwerkskunst entstanden.

Aus liegend wird stehend

Da ein mit Wasser überfluteter Tisch keine gute Idee ist, beschloss ich kurzerhand aus dem liegenden Nest ein stehendes zu machen. Ich sägte den vorhandenen Wassertank ab und bohrte einen auf der nach oben gerichteten Seite.

Mit Wasser gefüllter Tank in einem Ytongnest

Der mit Wasser gefüllte Tank

Teileinzug

Als Testkolonie diente meine Lasius niger Kolonie, die ich 2017 gefunden habe. Um ihnen den Umzug aus den verdreckten und teilweise trockenen Reagenzgläsern zu erleichtern, habe ich das Nest mit einer Heizmatte erwärmt.

Bereits wenige Stunden später wurden im Nest Larven und Puppen gelagert und es halten sich seitdem recht viele Ameisen dort auf. Allerdings will die Königin auch mehr als zwei Wochen später immer noch nicht umziehen. Auch Eier konnte ich im neuen Nest nicht sehen.

Keine schädlichen Auswirkungen

Bis jetzt konnte ich keine schädlichen Auswirkungen feststellen (z. B. tote Arbeiterinnen) und die im Nest gelagerte Brut wächst auch ordentlich:

Lasius niger Arbeiterinnen mit Larven in einem Ytongnest

Larven

Lasius niger Arbeiterinnen und Puppen in einem Ytongnest

Puppen

Für den Außenanstrich nicht zu empfehlen

Während ich mit den Eigenschaften der Farbe beim Bestreichen der Kammern und Gänge sehr zufrieden bin, ist die Farbe nicht für den Außenanstrich zu empfehlen.

Ein nasser Finger oder etwas verschüttetes Wasser führt dazu, dass man sich schnell die Finger bzw. die Kleidung dreckig macht. Hier ist eine wasserfeste Farbe, z. B. Acrylfarbe sicher die bessere Wahl. Aber man kann ja auch beide Farben kombinieren. Die Acrylfarbe für Außen und die Lehmfarbe für Innen.

 

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