Heute wollte ich das Nest meiner Lasius niger Kolonie vom Schwarmflug letztes Jahr wieder befeuchten und musste feststellen, dass alle Arbeiterinnen tot waren:

Die Königin und wohl einige Larven scheinen noch am Leben zu sein. Aber wie kam es dazu?
Befeuchtung vergessen
Auch mir als langjährigem Ameisenhalter ist wieder einmal ein sehr peinlicher und dummer Fehler passiert. Ich habe schlicht und ergreifend vergessen, das Nest zu befeuchten. Normalerweise befeuchte ich es alle 2-3 Tage, aber ich konnte heute nicht mehr sagen, wann ich es das letzte Mal getan hatte. Vermutlich ist es schon über eine Woche her.
Zusammen mit den hohen Temperaturen der letzten Tage hat das gereicht, um den Gipsboden im 3D-gedruckten Nest komplett austrocknen zu lassen. Da Lasius niger zu den erdbewohnenden Ameisenarten gehört, benötigen sie immer ein feuchtes Nest und gehen bei einem trockenen Nest schnell ein.
Was ich besser machen werde
Aus Fehlern soll man ja bekanntlich lernen, daher will ich ein paar Dinge verbessern bzw. anders machen:
- Checkliste führen: Gerade wenn man bestimmte Dinge unregelmäßig durchführt, sollte man eine Checkliste führen, damit man nichts vergisst. Das werde ich ab jetzt auch machen.
- Nest verbessern: Zwar bin ich mit dem Nest soweit zufrieden und der Gipsboden funktioniert auch sehr gut als Feuchtigkeitsspeicher (immerhin ging es den Ameisen über ein Jahr lang darin sehr gut). Allerdings könnte ich den Gipsboden noch etwas tiefer machen, damit mehr Feuchtigkeit gespeichert werden kann.
Fehler können passieren
Nach so vielen Jahren läuft die Befeuchtung bei mir eigentlich nebenbei mit. Genau das ist wohl das Problem: Man macht es so lange automatisch, dass man irgendwann gar nicht mehr bewusst darüber nachdenkt, und dann fällt es einfach mal hinten runter. Gerade bei erdbewohnenden Arten wie Lasius niger, die auf ein feuchtes Nest angewiesen sind, kann das schnell tödlich enden.
Wenn du selbst Ameisen hältst: Eine feste Routine (zum Beispiel ein Wochentag im Kalender, an dem du alle Nester durchgehst) hilft mehr, als man denkt. Und wenn es doch mal passiert: Sei nicht zu streng mit dir. Wichtig ist, dass du daraus lernst und es dokumentierst, damit es nicht wieder vorkommt.