Einleitung

Normalerweise würde man hier nichts über diverse Parteien lesen, da es keine Relevanz für die Ameisenhaltung hat und jeder selbst entscheiden sollte, was er/sie für richtig hält und daher wählt.

Leider haben mittlerweile Tierrechtsorganisationen wie die PETA immer stärkeren Einfluss auf die Politik genommen. Insbesondere die Politik der Grünen scheinen sie vermehrt zu beeinflussen. Das spiegelt sich auch in ihrem Wahlprogramm auf Seite 29 wider.

Online-Handel strikt regulieren

Im ersten Abschnitt findet sich folgendes Zitat:

Den Online-Handel mit Tieren wollen wir strikt regulieren.

Wahlprogramm „Die Grünen“ 2021, S. 29

Was genau die Grünen unter strikt regulieren verstehen, wird hier natürlich nicht erläutert, allerdings dürfte klar sein, dass es wohl deutlich schwieriger sein wird Ameisen online (ob privat oder gewerblich) anzubieten.

Wildtierhandel an die Leine legen

Deutlicher wird da schon der zweite Abschnitt. Schon die Überschrift alleine deutet an, dass man hier sehr rigoros vorgehen möchte.

Alle Ameisen (genauso wie die meisten anderen Terrarien- und Aquarientiere) sind Wildtiere, da sie nicht vom Menschen domestiziert wurden, daher betrifft dieser Abschnitt insbesondere auch uns Ameisenhalter.

Was sie genau vorhaben wird hier klar:

Wildtiere gehören in die Wildnis, der Handel mit ihnen muss strenger reguliert, Importe von Wildfängen, die Trophäenjagd, ihr Handel auf Online-Portalen und Wildtierbörsen müssen ganz verboten werden.

Wahlprogramm „Die Grünen“ 2021, S. 29

Für uns relevant also folgende Aussagen:

  • Handel (nicht nur online) mit Wildtieren strenger regulieren
  • Handel mit importieren Wildfängen soll ganz verboten werden

Also dürfte bei Ameisen nicht nur der Online-Handel stärker reguliert werden, sondern auch z. B. das Angebot in Ladengeschäften oder eben von Person zu Person. Dieser Punkt betrifft sowohl einheimische als auch importierte nicht einheimische Arten.

Noch härter trifft es Wildfänge, die bislang importiert wurden, denn deren Handel soll gänzlich verboten werden. Einige Ameisenhalter wissen es evtl. nicht, aber so gut wie alle Ameisenkolonien, die privat oder gewerblich angeboten werden, sind Wildfänge. Meist wurden Königinnen nach dem Schwarmflug gesammelt, bei polygynen Arten wurden auch teilweise Nester ausgegraben.

Sollte es also zu einem Verbot des Handels von importierten Wildfängen kommen, würde man so gut wie keine nicht einheimischen Ameisenarten mehr erhalten können. Einzig diverse Ameisenarten, die sich leicht vermehren lassen (vor allem hoch invasive Arten), könnten evtl. noch angeboten werden. Beispielsweise aber keine:

  • Camponotus nicobarensis
  • Messor barbarus
  • Pheidole pallidula
  • usw.

Reaktionen

Ich hatte bereits vorab in diversen Facebookgruppen, Discordservern und Foren den Link gepostet. Oft schien man wohl schon das Vorgehen der Grünen im Bezug auf Terraristik zu kennen und fand das ganze äußerst wichtig.

Leider schien man im Ameisencafe das Ganze nicht so zu sehen.

Insbesondere die Vorwürfe, dass ich ja ein Gewerbliches Interesse habe und deshalb diesen Post erstellt habe, sind lächerlich. Meine Einnahmen langen bei weitem nicht, um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren und ich halte Ameisen seit 2009 und sehe das Ganze eher aus Sicht eines Halters.

Besonders witzig ist, dass das Ameisencafe dem Antstore, also dem größten europäischen Ameisenhändler gehört. Der finanziert den ganzen Spaß dort, inklusive notwendiger Forenupdates, Serverumzüge und diverse Weiterentwicklungen. Ob Antstore wohl nach einem Wahlsieg der Grünen und diverser Regulierungen des Handels immer noch so viel Geld in ein Forum stecken kann, deren Teammitglieder scheinbar alle eingefleischte Grünenfans sind? Ich denke eher nicht. Die folgende Karikatur ist daher ganz passend:

Mann sägt einen Ast ab, auf dem er sitzt. Betitelt mit Team des Ameisencafe
Das Team des Ameisencafe bei der Arbeit.

Fazit

Jeder muss selber entscheiden, wen er/sie wählt, evtl. sprechen noch andere Dinge für oder gegen die Wahl der Grünen. Für mich als langjähriger Ameisenhalter sind die Grünen aufgrund ihres aktuellen Wahlprogramms allerdings unwählbar und jeder der auch weiterhin die derzeitigen Freiheiten des Hobbys genießen möchte, sollte sie NICHT wählen.

Je weniger Stimmen sie bekommen, desto geringer ist die Chance, dass sie ich mit Punkten ihres Wahlprogramms durchsetzen werden, bzw., dass diese nur abgeschwächte in Gesetze gegossen werden.

Daher: Nein zu den Grünen.

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