Nahlinse: Was ist das? Wozu brauche ich das?

Raynox DCR-250 Achromat; Quelle: Raynox

Was ist das?

Eine Nahlinse ist ein Kamera Zubehör, das man vor dem Objektiv anbringt (schraubt, klemmt, selber mit der Hand festhält oder wie auch immer). Die Nahlinse verändert dadurch den Aufnahmeabstand.
Dieser (von Vorderseite der Linse gemessen) beträgt

1 m / Dioptrien

Wenn man eine Nahlinse mit 8 Dioptrien verwendet, so beträgt der Aufnahmeabstand 12,5 cm.

Wozu braucht man das?

Nahlinsen dienen letztlich dazu eine stärkere Vergrößerung von einem Objekt wie z. B. einer Ameise zu ermöglichen.

Man kann zwar bei Kompaktkameras im Weitwinkel (geringster Zoom) oft sehr nahe an das Objekt heran (teilweise bis auf 0 cm), aber sobald man in den Telebereich gelangt (starker Zoom), erhöht sich der Mindestabstand, den man einhalten muss. So beträgt beispielsweise bei meiner Canon Powershot SX50 HS der Mindestabstand bei 600 mm Brennweite (Kleinbildäquivalent) 2 m.Klemme ich nun eine Nahlinse mit 8 Dioptrien vor das Objektiv, so kann ich (egal mit welcher Brennweite) auf 12,5 cm an das Objekt heran also auch mit 600 mm Brennweite.

Der Aufnahmeabstand reduziert sich also auf 1/16 des ursprünglichen Aufnahmeabstandes bzw. die Nahlinse ermöglicht hier eine 16 x stärkere Vergrößerung.

600 mm; 2 m Abstand (ohne Nahlinse)
600 mm; 12,5 cm Abstand (mit Nahlinse)
Es handelt sich bei beiden Bilder um keine Ausschnittsvergrößerungen!

Sollte man Nahlinsen immer verwenden?

Sinn macht die Verwendung nur, wenn man durch eine Nahlinse den Aufnahmeabstand bei einer bestimmten Brennweite verringern kann. Fotografiert man beispielsweise mit einer Kompaktkamera im Weitwinkel, so ist der Mindestabstand in der Regel bereits sehr klein (wenige cm), also macht es in diesem Fall keinen Sinn eine Nahlinsen zu verwenden.
Im Gegenteil: dadurch erhöht man den Mindestabstand sogar, weil die Kamera nicht mehr auf einen näheren Punkt scharfstellen kann.
Außerdem verringern Nahlinsen immer auch die Bildqualität etwas, je größer die Brennweite, desto stärker. Dies hängt auch noch von weiteren Faktoren ab, wie z. B. die Qualität des Objektivs und der Nahlinse.
Also: Nahlinsen nur verwenden, wenn sie wirklich etwas nützen.

Welche Arten von Nahlinsen gibt es?

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Nahlinsen:
  • „einfache“ Nahlinsen
  • achromatische Nahlinsen

Einfache Nahlinsen bestehen aus nur einer Linse und sind oft sehr günstig.

Achromatische Nahlinsen (kurz Achromat) bestehen aus mehreren Linsen (daher ist der Begriff Nahlinse für diese Art auch etwas schluderig, man nennt diese auch oft nur Achromaten).

Achromaten haben den Vorteil, dass die Bildqualität um einiges höher ist, da Bildfehler durch die Verwendung mehrere Linsen reduziert werden. Allerdings sind die Achromaten auch um einiges teurer.

Der Raynox DCR-250 Achromat (den ich verwende) kostet zum Beispiel bei Amazon.de derzeit etwa 50 €, während man ein Set bestehend aus vier einfachen Nahlinsen mit unterschiedlichen Dioptrien bereits für 20 € bekommt.

Was man jetzt einsetzt sollte jeder selbst entscheiden. Ich persönlich benutze lieber einen Achromaten, da mir die Qualität doch wichtiger ist als der Preisunterschied.

Beispielbilder

Das könnte dich auch interessieren …

5 Antworten

  1. Jan Greth sagt:

    Hey, ich habe schon oft dein Bilder bewundert. Lese ich das richtig. Du verwendest dafür eine „Canon Powershot SX 50 HS“ mit einem „Raynox DCR-250“?

    LG
    Jan

  1. 20. April 2016

    […] Mehr Infos zur Nahlinse findet ihr hier. […]

  2. 14. Dezember 2016

    […] Nahlinse: Raynox DCR-250 […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.